Maya Müggerburg

Bewohner der Königsstrasse

Maya Müggerburg

Die pragmatische Seele der WG

Maya mag klare Verhältnisse. Als Valentin sich um das freie Zimmer in ihrer WG bewirbt, führt sie das Gespräch mit Block und Kugelschreiber und klärt ziemlich schnell die wichtigen Dinge des Zusammenlebens. Eine ihrer Regeln steht dabei von Anfang an fest: Grindr-Dates bleiben draußen. Mit Nils' niedriger Schamgrenze und Valentins gelegentlicher Neigung, sich in Dinge hineinzusteigern, ist Maya häufig der Gegenpol in der WG. Sie hört zu, sortiert und sagt anschließend ziemlich genau, was sie von einer Sache hält. Und wenn es ernst wird, ist sie da.

Maya ist 29, lebt mit Nils und Valentin im ersten Stock von Haus Nummer 5 und ist so etwas wie die inoffizielle WG-Mutter. Nicht, weil sie besonders gern bemuttert – sondern weil irgendjemand schließlich den Überblick behalten muss.

Sie ist pragmatisch, direkt und ausgesprochen gut darin, Ratschläge zu geben. Ob die anderen danach gefragt haben, ist dabei nicht immer entscheidend.

Maya Müggerburg lebt gemeinsam mit Nils van den Heuvel in der WG im ersten Stock von Haus Nummer 5, als Valentin auf der Suche nach einem neuen Zuhause vor ihrer Tür steht.

Dass er tatsächlich einziehen darf, ist keineswegs selbstverständlich.

Maya prüft den beinahe 27-jährigen Studenten ziemlich genau. Alter, Studium, Finanzierung – und schließlich das Regenbogenarmband an seinem Handgelenk. Als Valentin erklärt, dass er schwul ist, fällt ihre Antwort denkbar nüchtern aus: eher ein Plus. Schließlich sind sowohl Maya als auch Nils queer.

Damit ist allerdings noch lange nicht alles geklärt.

Denn für Maya ist eine WG nicht einfach ein Ort, an dem drei Menschen zufällig ihre Miete teilen. Sie ist ihr Zuhause. Und für dieses Zuhause gibt es Regeln.

Diese Haltung zieht sich durch ihr Zusammenleben mit Nils und Valentin. Während Nils häufig erst handelt und irgendwann später darüber nachdenkt und Valentin dazu neigt, aus einer Idee gleich ein größeres Projekt werden zu lassen, bleibt Maya meistens diejenige, die versucht, die Dinge auf ein vernünftiges Maß zurückzubringen.

Als Valentin nach dem Tod einer älteren Bewohnerin die Hausgemeinschaft zusammenbringen möchte, hilft Maya ihm. Sie macht allerdings ebenso deutlich, dass aus der neuen Nachbarschaftlichkeit keine gegenseitige Überwachung werden soll.

Und als die gemeinsame Hausgruppe kurz darauf beginnt, sich mit kitschigen Gute-Nacht-GIFs zu füllen, zieht Maya ihre ganz eigene Konsequenz: Sie schaltet sie stumm.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ihr die Menschen um sie herum gleichgültig wären. Im Gegenteil.

Als Nils mit einer Fotografie von Valentin eine Grenze weit überschreitet und das Bild ohne dessen Einverständnis auf großen Plakaten in der Stadt landet, versucht Maya zu retten, was noch zu retten ist. Und als sie Valentin schließlich vor einem der Plakate trifft, diskutiert sie nicht lange. Sie nimmt ihn in den Arm und versichert ihm, dass sie das gemeinsam hinbekommen werden.

Das ist Maya ziemlich genau.

Sie braucht keine großen Gesten, um anderen zu zeigen, dass sie zu ihnen hält.

Neben der WG hat sie ihren eigenen Freundeskreis. Einmal im Monat trifft sie sich mit einer Gruppe von Frauen, die Nils als „die Kunst-Lesben“ bezeichnet. Ein Name, der vermutlich wesentlich mehr über Nils aussagt als über Maya oder ihre Freundinnen.

Maya selbst dürfte das ziemlich pragmatisch sehen.

Es gibt schließlich wichtigere Dinge.

„Wir bekommen das hin, Val.“