Nils van den Heuvel

Bewohner der Königsstrasse

Nils van den Heuvel

Bester Kumpel, Fotograf und beides mit geringer Schamgrenze

Nils redet viel, schnell und nicht immer erst, nachdem er darüber nachgedacht hat. Seine Schamgrenze ist ausgesprochen niedrig, seine Neugier dafür umso größer – eine Kombination, die das Zusammenleben mit ihm gelegentlich herausfordernd macht. Hinter der großen Klappe steckt allerdings ein ziemlich genauer Beobachter. Nils ist Fotograf und hat ein Gespür für Menschen und jene Augenblicke, an denen andere vorbeisehen. Seine Arbeiten haben ihm inzwischen sogar eine eigene Ausstellung in Bettina von Weilerstedts Galerie eingebracht. Für diesen Anlass musste auch optisch etwas Neues her: Nils schnitt sich einen Irokesen und färbte ihn grün. Inzwischen lässt er ihn wieder herauswachsen.

Nils van den Heuvel wächst mit zwei Müttern auf. Eine von ihnen ist Niederländerin und ermöglichte es dem Paar, in den Niederlanden mithilfe einer anonymen Samenspende ein Kind zu bekommen.

Die Frage nach seinem unbekannten biologischen Vater scheint Nils dabei wesentlich weniger zu beschäftigen als andere Menschen. Für ihn besteht dieser Teil seiner Herkunft, wie er selbst ziemlich nüchtern zusammenfasst, aus „ein wenig Suppe in einem Reagenzglas“.

Das passt zu ihm.

Nils neigt nicht dazu, Dinge unnötig mit Bedeutung aufzuladen. Dafür besitzt er ein ausgesprochenes Talent, ihnen innerhalb kürzester Zeit sehr viele Worte zu widmen. Seine wasserfallartige Art zu sprechen gehört ebenso zu ihm wie seine geringe Schamgrenze und die Fähigkeit, Grenzen manchmal erst dann zu bemerken, wenn er bereits einen guten Schritt darüber hinausgegangen ist.

Gerade seine Freunde bekommen das gelegentlich zu spüren.

Mit Maya lebt Nils in der WG im ersten Stock von Haus Nummer 5, in die später auch Valentin einzieht. Die drei entwickeln eine Freundschaft, die einiges aushält – einschließlich jener Situationen, in denen Nils' Begeisterung schneller war als sein Urteilsvermögen.

Seine Kamera ist dabei ein wichtiger Teil seines Lebens. Als Fotograf beobachtet Nils Menschen anders, als seine manchmal chaotische Art vermuten lässt. Er entdeckt Stimmungen, kleine Gesten und ungewöhnliche Perspektiven. Ausgerechnet der Mann, der selbst kaum zu übersehen ist, hat ein ziemlich gutes Auge für die Dinge, die andere übersehen.

Aus diesem Talent wird zunehmend mehr. Im Herbst erhält Nils eine eigene Ausstellung in Bettina von Weilerstedts Galerie. Für ihn ist das nicht nur ein wichtiger Schritt als Fotograf, sondern offenbar auch ein ausreichender Grund, sich einen Irokesen zu schneiden und ihn grün zu färben.

Mittlerweile wächst der wieder heraus.

Ruhiger ist Nils dadurch allerdings nicht geworden.

Warum auch?

„Ein wenig Suppe in einem Reagenzglas.“